Hilfe zur Suchtselbsthilfe im Kreuzbund


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Berichte





Mit dem Kreuzbund tanzen und Spaß haben
An Alle die Spaß an der Bewegung haben, wir treffen uns jeden Mittwoch um 19:00 Uhr im Gruppenraum der Kolibris in der Friesenstraße 5 in Bocholt zum Tanzen und Quatschen. Dabei soll der Spaß im Vordergrund stehen.


Aha-Erlebnisse statt Alkohol imKopf

Kreis Borken (hgk) Jedes Jahr kämpfen die Behörden gegen zu viel Alkohol im Karneval - vor allem bei jungen Menschen. ,,Besonders für Jugendliche kann übermäßiger Alkoholgenuss gravierende Folgen haben", betont Werner Rasch von der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Kreises. ,, Sie können die Wirkung von Alkohol häufig noch nicht abschätzen. Schwere Vergiftungen und Unfälle sind dann leider allzu oft die Folge." Deshalb deuten die Experten des Arbeitskreises Sucht -und Gewaltprävention im Kreis Borken auf das Motto ,, Vollrausch..... ohne mich!"

Die Kampagne soll Jugendliche und deren Eltern, aber auch Partyveranstalter, Getränkehändler und Multiplikatoren in Schule, Sport und Vereinen für das Thema sensibel machen.

Elisabeth Büning vom Fachbereich Jugend und Familie des Kreises erinnert zudem an die klaren Grenzen, die das Jugendschutzgesetz zieht: So dürfen alkoholische Getränke weder an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren abgegeben werden, noch dürfe man ihnen den Verzehr gestatten. Für branntweinhaltige Getränke gelte sogar eine Altersbegrenzung von 18 Jahren. Auch ein Volljähriger, der in seiner Clique alkoholhaltige Getränke an Minderjährige weitergebe macht sich strafbar. ,,Ob das Jugendschutzgesetz eingehalten wird, liegt in erster Linie an der Bereitschaft der Erwachsenen, die vorgegeben Grenzen zu beachten", sagt Büning. Sie sollten ein gutes Vorbild sein, notfalls Zivilcourage zeigen und sich einmischen. Büning findet, dass Eltern mit ihren Kindern ,,offen über Sucht und Suchtgefahren" sprechen sollten:,, Kinder und Jugendliche sollen wissen wie Alkohol wirkt und wie schädlich er sein kann. Aufklärung bringt dabei mehr als bloße Verbote.

Dazu passt der neue Wettbewerb, den der Kreis Borken zur Suchtprävention gestartet hat: Er heißt ,,Mach dir`n Kopp" und soll Jugendliche laut Kreisverwaltung in einen ,,Kreativrausch! versetzen. Die Teilnehmer sollen sich kritisch mit dem Thema Alkohol auseinandersetzen. Mitmachen können Jugendliche bis 21 Jahre aus dem Kreisgebiet. Einsendeschluss ist der 30.Juni. Ausgelobt sind unter anderem Preisgelder in Höhe von 2250 Euro.

,, Berauscht euch an euren Ideen", wünschen sich die Initiatoren des Wettbewerbs. Die Form der Beiträge bleibt den Teilnehmern überlassen. Möglich sind beispielsweise Theaterstücke und Sketche, Geschichten und Songs, Filme, Plakate oder Quiz- Spiele. ,, Mach dir`n Kopp" gilt als Baustein der Kampagne ,, Vollrausch... ohne mich". Die Preisverleihung ist am 18.September im Borkener Vennehof- im Rahmen der Aktionswoche ,, Sucht hat immer eine Geschichte", Weitere Infos und die Anmeldeunterlagen zum Wettbewerb gibt es im Internet unter ,, www.vollrausch-ohne-mich.de".
(Quelle BBV vom 14.Februar.2009)


Warum wird man abhängig?

Es gibt eine Vielzahl von Theorien zur Suchtentstehung. Bei allen Erklärungsversuchen wird aber deutlich, dass die Ursachen von Suchtkrankheiten noch nicht eindeutig geklärt sind. Es spielen wahrscheinlich viele Faktoren bei der Entstehung von Suchtkrankheiten und ihrer Auslösung eine Rolle. Prinzipiell kann jeder Mensch süchtig werden und doch ist nicht jeder gleichermaßen suchtgefährdet. Im folgenden Text möchte ich eine Reihe von Faktoren vorstellen, die die Entstehung einer Abhängigkeit Mitbeeinflussen.

1. Verfügbarkeit und Akzeptanz Alkoholische Getränke sind in jedem Supermarkt frei und unbegrenzt verfügbar, und selbst die Jugendschutzgesetze schützen hier nur bedingt. Der Konsum alkoholischer Getränke einschließlich übermäßigen Trinkens und leichter Trunkenheit ist sozial akzeptiert. Nur Volltrunkenheit wird meist abgelehnt. Trinkfestigkeit, stets ein Zeichen von Alkoholgewöhnung und damit einer Vorstufe der Alkoholabhängigkeit, gilt vielen noch als ,,männliche Tugend". Kaum ein Ereignis oder Gefühl, dass nicht Anlass zum Trinken böte. Alkohol ist für die meisten Menschen alltäglich. Dementsprechend verbreitet ist auch sein Missbrauch.
Im allgemeinen lernen wir im Lauf unserer Jugend und während des Erwachsen-Werden einen angemessenen Umgang mit dem Suchtmittel Alkohol. Ein problematischer Konsum von Alkohol und letztlich auch eine Alkoholabhängigkeit werden wahrscheinlicher,wenn ich diese Lernerfahrung nicht machen kann. das heißt, wenn ich als Jugendlicher Mitglied einer Clique bin oder meine Eltern Trinken als Proplemlösung akzeptieren oder vorleben, bin ich stärker gefährdet, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.

2. Genetik Kinder von alkoholabhängigen Eltern haben ein drei- bis vierfach höheres Risiko, ebenfalls abhängig zu werden.Was genau vererbt wird, ist dabei noch unklar. Möglicherweise spielt hier ein ererbter Mangel an Botenstoffen im Belohnungssystem des Gehirns eine Rolle oder auch eine ererbte hohe Verträglichkeit von Alkohol.

3. Persönlichkeitsfaktoren Auch wenn sich keine Hinweise auf eine ,, Suchtpersönlichkeit " gefunden haben, finden sich bei Abhängigen häufig bestimmte Persönlichkeitsentwicklungen. Häufig finden sich beispielsweise Selbstunsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle ,d.h. ein nur wenig stabiles Selbstwertgefühl. Dieses kann sich beispielsweise in Schwierigkeiten äußern, Zugang zu eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Gefühlen zu finden bzw. diese nicht wahrnehmen zu wollen, i n Proplemverdrängung, wenn ich mir nicht zutraue, die anstehenden Schwierigkeiten zu bewältigen, oder in Schwierigkeiten, die Beziehungen zu anderen Menschen befriedigend zu gestalten oder Frustrationen auszuhalten. Diese Persönlichkeitszüge machen in bestimmten Situationen den Konsum von Alkohol wahrscheinlich, nämlich immer dann, wenn ich mit meiner ,, Schwäche " konfrontiert werde. So bietet Alkohol beispielsweise die Möglichkeit Angst zu verdrängen und über diese Kontrolle mein Selbstwertgefühl stabil zu erhalten, umgekehrt kann er aber auch dazu beitragen, Hemmungen zu beseitigen und z.B. Ärger auszuleben und mich dadurch von innerer Anspannung zu entlasten.
Im Zusammenhang mit den Persönlichkeitsfaktoren sind Lebenserfahrungen, die bis in die Kindheit zurückreichen können, bedeutsam. Dazu ist auch ein Aufwachsen in einem durch Abhängigkeit der Eltern/eines Elternteils geprägten familiären Milieu zu rechnen, das die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen kann. Dazu zählen aber auch psychische Erkrankungen der Eltern, innerfamiliäre Gewalt, starker Leistungsdruck oder auch fehlende emotionale Wärme

4. Einflüsse kritischer Situationen Neben diesen Persönlichkeitsfaktoren finden sich auch situative Einflüsse wie familiäre und berufliche Stress-Situationen, Lebenskrisen (z.B. der Verlust naher Bezugspersonen),belastende Ereignisse (z.B. Kinderlosigkeit), Isolation oder Perspektivlosigkeit (z.B. durch Arbeitslosigkeit) u.ä, die die Enstehung von Abhängigkeit begünstigen können. Als kritische Situationen sind dabei nicht nur einzelne herausragende Ereignisse sondern auch längerdauernde, chronische Belastungen zu betrachten wie z.B. Konkurrenz durch jüngere Mitarbeiter am Arbeitsplatz, dauerhafte Konflikte mit dem Lebenspartner oder auch eine generelle Unzufriedenheit mit der eigenen Lebensgestaltung. Es findet meist ein Zusammenwirken von Persönlichkeits- - und Situationsfaktoren statt. So wird jemand, der ein wenig stabiles Selbstwertgefühl hat vermutlich zunehmenden Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz als sehr viel belastender empfinden und seine eigenen Fähigkeiten stärker in Zweifel ziehen, was wiederum den Alkoholkonsum wahrscheinlicher macht, v.a. wenn ich dessen positive Wirkung bereits kennen gelernt habe.

5. Körperliche Faktoren Alkohol wirkt auf das Belohnungssystem im Gehirn ein. Das Gefühl eines Wohlbefindens, das durch das Trinken erzielt werden kann, wird durch die Aktivierung dieses Belohnungssystems hergestellt. Wenn dem Körper sozusagen von außen in Form von Alkohol diese Botenstoffe zugeführt werden, führt dies langfristig dazu, daß er weniger eigene Botenstoffe produziert, so daß ich zur Erzielung meines Wohlbefindens immer stärker auf den Alkohol angewiesen bin.( In der Abstinenz kann dieser Prozess wieder umgekehrt werden.) Ein weiterer körpereigener Mechanismus fördert ebenfalls die Entstehung der Sucht und die Entwicklung einer Alkoholtoleranz, d.h. einer erhöhten Verträglichkeit von Alkohol. Unser Körper ist bestrebt, schädigende Substanzen so schnell wie möglich zu neutralisieren. Er ist in der Lage, bei wiederholtem Kontakt mit dem Suchtmittel, seinen Stoffwechsel darauf einzustellen. Er lernt sozusagen, möglichst effektiv zu arbeiten. Deshalb wird er immer schneller mit der gleichen Menge Alkohol ,, fertig ". D.H. ich muss immer mehr Alkohol zu mir nehmen, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Diese Gewöhnung des Körpers ist die Ursache der Entzugserscheinungen.

6. Das Leben bringt stets emotionale Belastungen, Frustrationen, Kränkungen, Verstimmungen, Krisensituationen, Angst, Ärger und andere Unannehmlichkeiten mit sich, mit denen wir auf die eine oder andere Weise fertig werden müssen. Wir entwickeln dafür unsere eigenen, meist unbewusst ablaufenden Bewältigungsstrategien. Eine mögliche Bewältigungsstrategie, die ebenfalls zunächst häufig unbewusst eingesetzt wird, ist der Konsum von Alkohol. Je häufiger und unmittelbarer nach Alkoholkonsum eine Belohnung durch den Wegfall oder zumindest eine Minderung von Hemmungen, Angst, Spannungen, Unlust, Minderwertigkeitsgefühlen, Langeweile aber auch von unangenehmen Entzugssymptomen erlebt wird, umso mehr wird das Alkoholtrinken als Verhalten etabliert und gefestigt. Dabei verfestigt sich das Verhalten umso mehr, wenn nicht jedes Mal die positive Wirkung erfahren wird. Wenn keine anderen Alternativen zur Bewältigung bzw. zum Umgang mit den genannten negativen Gefühlen zur Verfügung stehen bzw. diese Alternativen nicht gesehen werden, wird Alkohol in allen möglichen Situationen und bei verschiedenen unangenehmen Stimmungslagen konsumiert.Viele Alkoholiker können unter Alkohol besser als in nüchternem Zustand Kontakte aufnehmen, Gefühle zeigen, Meinungen äußern und Aggressionen abreagieren; hier spiegelt sich der enthemmende Einfluss des Alkohols auf das zentrale Nervensystem. Hier setzt aber auch das Prinzip des ,,zustandsabhängigen Lernens" ein; was unter der Wirkung von Alkohol erlernt wurde, kann auch unter Alkoholeinfluss eher erinnert und wiedergegeben werden. Auch dies trägt stark zur Aufrechterhaltung des Trinkverhaltens beiAlkohol hat die gewünschte ausgleichende Wirkung allerdings immer nur kurzzeitig und durch das Einsetzen des Katergefühls treten verstärkt auch negative Gefühlszustände auf, so dass ein Teufelskreis entsteht, der zu vermindertem Widerstand gegenüber seelischen Belastungen führt und damit wiederum zu vermehrtem Alkoholkonsum Anlass gibt. Dieser Teufelskreis wird nach dem Auftreten des Entzugssyndroms besonders deutlich. Alkohol beseitigt aktuell die Entzugserscheinungen und verstärkt sie gleichzeitig zunehmend nach den Trinkpausen.

Mit einer Therapie ist die Möglichkeit gegeben, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und ,, neue" Verhaltensweisen zu erlernen, die an die Stelle des Alkoholkonsums treten können.


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